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Übelkeit auf Reisen

Kindern wird beim Autofahren oder auf dem Schiff schnell übel. Warum das so ist, wie Eltern gut vorbeugen können – und was im Akutfall hilft.

Als Emil, vier Jahre alt, mit seinen Eltern zum ersten Mal eine längere Autofahrt macht, freut er sich zunächst über die Aussicht aus dem Fenster. Doch nach einer halben Stunde wird er blass, rutscht im Sitz hin und her – und plötzlich ist ihm richtig schlecht. Ein Moment, den viele Eltern kennen.

Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ist bei Kindern noch nicht vollständig ausgereift. Wenn Augen und Gleichgewichts­ sinn widersprüchliche Signale senden – etwa, weil das Auto sich bewegt, das Kind aber auf ein Buch schaut – kommt es zu einem Sinneskonflikt mit gegensätzlichen Informationen, die das Gehirn noch nicht gut ausgleichen kann. Das Kind reagiert mit Übelkeit, Schwindel und manch- mal Erbrechen. Eltern können dagegen einiges tun: Den Blick des Kindes möglichst nach vorn lenken, für frische Luft sorgen, leichte Mahlzeiten wählen und regelmäßige Pausen einlegen. Auch ein Hörspiel hilft oft besser als Bücher oder Bildschirmspiele.

MEDIZINISCHE HILFE

Doch wenn die Übelkeit stark ist, kann eine medizinische Unterstützung sinnvoll sein. Präparate wie zum Beispiel Dimenhydrinat werden häufig eingesetzt und gelten als gut verträglich. Sie wirken bei unterschiedlichen Ursachen von Übelkeit und lassen sich individuell dosieren – bereits ab einem Körpergewicht von sechs Kilogramm. Eine flüssige Darreichungsform ist besonders für Kinder geeignet, die noch keine Tabletten schlucken können oder Angst davor haben. Die Wirkung setzt meist nach etwa 30 Minuten ein und hält bis zu sechs Stunden an. Für Emil bedeutete diese Kombination aus Vorbereitung und passender Unterstützung, dass die nächste Reise nicht mehr zum Abenteuer für den Magen wurde. Eltern können so dafür sorgen, dass Übelkeit den Familienausflug nicht überschattet.

Dr. Julia Egleder